Verschiedene Süchte

ALKOHOL

„Alkoholmissbrauch“ ist jeder Alkoholkonsum, der zu psychischen, sozialen oder körperlichen Schäden führt. Als mögliche Folgen von Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch sind beispielsweise Unfälle im Verkehr oder am Arbeitsplatz, finanzielle Probleme sowie Probleme in Partnerschaft und Familie zu nennen. Die Folgen von Alkohol und die Gefahren, die von Alkohol ausgehen, hängen von der Menge und der Häufigkeit des Alkoholkonsums ab.

Aber körperliche, psychische und soziale Schäden entstehen in der Regel nicht von heute auf morgen. Vielmehr wird häufiger und/oder übermäßiger Alkoholkonsum von den Betroffenen zunächst oft verharmlost. Alkoholmissbrauch wird als solcher nicht erkannt oder aus dem Bewusstsein verdrängt. Insbesondere in Stresssituationen oder bei Konflikten ist es für viele alltäglich, Alkohol zu trinken, um vom Kummer und den Sorgen „abschalten“ zu können . Doch gerade dieser Versuch der „Problemlösung“ birgt ein erhöhtes Risikopotenzial. Denn wenn Alkohol scheinbar bei der Lösung von Problemen hilft, gelingt es in der Folge immer seltener, unangenehme Situationen auch ohne das Suchtmittel anzugehen. Der Übergang vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholabhängigkeit verläuft häufig fließend.

„Alkoholabhängigkeit“ ist eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend auf das SuchtmittelAlkohol fixiert. Sie entwickelt sich meist über einen langen Zeitraum und tritt im Allgemeinen dann auf, wenn ein langzeitig erhöhter Alkoholkonsum und die individuelle genetische Veranlagung zusammenwirken. Sie wird in der Regel dann diagnostiziert, wenn während des letzten Jahres mindestens drei der nachfolgend aufgeführten sechs Kriterien der „Diagnostischen Leitlinien für das Abhängigkeitssyndrom“ (ICD-10) erfüllt sind:

  • Es besteht ein starker Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren. 
  • Es besteht eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums. 
  • Das Auftreten eines körperlichen Entzugssyndroms. 
  • Es kann eine Toleranz nachgewiesen werden, d. h. es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen hervorzurufen. 
  • Andere Vergnügungen oder Interessen werden zugunsten des Substanzkonsums zunehmend vernachlässigt. 
  • Der Alkoholkonsum wird trotz nachweisbarer eindeutiger schädlicher Folgen körperlicher, sozialer oder psychischer Art fortgesetzt. 

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol und anderen Drogen kann die Wirkung der Substanzen und damit das Risiko für die Gesundheit extrem verstärkt werden. Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte kein Alkohol konsumiert werden, denn hier können die Wirkungen verstärkt werden und schlimmstenfalls gefährliche Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten.


MEDIKAMENTE

Ein Medikamentenmissbrauch beginnt dann, wenn mit Hilfe von Medikamenten versucht wird, das eigene Wohlbefinden zu beeinflussen und eigene Probleme auszublenden.

Oft ist der Übergang vom Medikamentenmissbrauch zur Medikamentenabhängigkeit fließend. Schluckt dann ein Patient ein Medikament zwanghaft, besteht meist bereits schon eine Abhängigkeit.

Dies kann zum Beispiel bereits damit beginnen, dass der Arzt Medikamente gegen Beschwerden, wie innere Unruhe, Angst oder Depression verschreibt. Zuerst verbessern sich die Symptome und es kommt zur seelischen Entlastung. Lässt die Medikamentenwirkung dann aber nach, sind die Betroffenen enttäuscht – denn es hat sich für sie nicht wirklich etwas gebessert. Aber die Medikamente haben zumindest dazu beigetragen, dass der Patient sich von seinen Problemen entlastet gefühlt hat, ohne selbst etwas dagegen tun zu müssen. So entsteht ein Teufelskreis: der Patient greift erneut zur Pille.


 

GLÜCKSSPIEL

Menschen, die gerne Glücksspiele spielen, werden in der Regel nicht sofort spielsüchtig. Dennoch gibt es Menschen, die trotz erheblicher persönlicher Nachteile, wie z. B. größeren finanziellen Verlusten, weiter spielen. Wer zu viel spielt, kann die Fähigkeit verlieren, sich zu entscheiden, ob er dem Glücksspiel nachgehen möchte oder nicht. Glücksspielsüchtige verlieren die Kontrolle über ihr Verhalten. Das hat für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld oft ernsthafte Folgen, unter denen alle Beteiligten leiden.

  • Es werden Lügen und Ausreden erfunden, um unangenehme Tatsachen zu verbergen, z. B. dass man den Monatslohn verspielt hat.
  • Vertrauensvolle Beziehungen werden zerstört, weil die Spielenden sich oft gefühlsmäßig abwenden und sich ganz dem Spielen zuwenden.
  • Die existenzielle Lebensgrundlage geht verloren, z. B. weil das Geld für Lebensmittel oder die Miete fehlt.
  • Gemeinschaftliche Unternehmungen mit Freunden und Familie sind nicht mehr möglich, weil Spielende dazu keine Zeit haben

Glücksspielsucht ist eine Krankheit. Sie bestimmt das Alltagsleben der Betroffenen, denn sie nehmen fast jede Gelegenheit wahr, um zu spielen. Die Familie, das Berufsleben und die soziale Kontakte werden vernachlässigt. Normalen Problemen des Alltags und negativen Gefühlen weichen sie aus, indem sie spielen.